Was ändert sich in der Kranken- und Pflegeversicherung zum 01.01.2019?

Für die Kranken- und Pflegeversicherung wird es durch den Beschluss der Bundesregierung einige Veränderungen mit Verbesserung für die Versicherten geben. Wir möchten Ihnen hierzu einen kurzen Überblick mit den wichtigsten Veränderungen geben.

 

Kranken-und Pflegeversicherung 2019

Paritätische Finanzierung des Zusatzbeitrages:

Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung in gleichem Maße von den Arbeitgeberinnen oder Arbeitgebern und den Beschäftigten beziehungsweise von der Rentenversicherung und den Rentnerinnen und Rentnern getragen. Der bisherige Zusatzbeitrag wird paritätisch finanziert.

Um zu hohe Kassenbeiträge zu vermeiden, dürfen die Finanzreserven der Krankenkassen den Umfang einer Monatsausgabe künftig nicht mehr überschreiten. Gesetzliche Krankenkassen, die über höhere Monatsausgaben verfügen, dürfen ihren Zusatzbeitrag ab 2019 nicht mehr anheben. Ab 2020 müssen überschüssige Beitragseinnahmen über einen Zeitraum von drei Jahren abgebaut werden.

Entlastung von Selbständigen:

Hohe Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse überfordern Kleinselbstständige, die sich gesetzlich versichern wollen. Deshalb werden freiwillig versicherte Selbstständige ab dem kommenden Jahr bei den Mindestbeiträgen den übrigen freiwillig Versicherten gleichgestellt (einheitliche Mindestbemessungsgrundlage 2019 für freiwillig Versicherte und Selbstständige: 1.038,33 Euro). Damit wird der Mindestbeitrag für die Krankenversicherung mehr als halbiert, auf rund 160 Euro im Monat. Zudem wird ein deutlicher Bürokratieabbau erreicht. Für die Beitragsbemessung ist es nicht mehr erforderlich, zwischen haupt- und nebenberuflich Selbstständigen zu unterscheiden.

Verbesserungen für Zeitsoldaten:

Ab dem 1. Januar 2019 wird für ehemalige Zeitsoldatinnen und -Soldaten ein einheitlicher Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung ermöglicht. Die Soldatinnen und Soldaten erhalten ein Beitrittsrecht zur freiwilligen Versicherung. Außerdem erhalten sie nach Ende ihrer Dienstzeit einen Zuschuss zu den Krankenversicherungsbeiträgen, der anstelle der bisherigen Beihilfe geleistet wird.

Abbau der Beitragsschulden bei ungeklärten Mitgliedschaften:

Eine freiwillige Mitgliedschaft zur gesetzlichen Krankenversicherung endet bislang nur dann, wenn das Mitglied seinen Austritt erklärt. Wenn ein Kassenmitglied aber unbekannt verzogen ist, keine Beiträge mehr bezahlt und sich nicht abmeldet, wird er obligatorisch zum Höchstbeitrag weiterversichert. Dies hat dazu geführt, dass die Kassen in erheblichem Maß Beitragsschulden angehäuft haben. Deshalb sollen die Krankenkassen verpflichtet werden, die Versicherungsverhältnisse von solchen „passiven“ Mitgliedern zu beenden.

Beitragsänderung in der Pflegeversicherung:

Mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs (Pflegegrade) wurden die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich verbessert. Zur Finanzierung der daraus resultierenden Mehrausgaben wird der Pflegebeitrag um 0,5 % zum 01.012019 erhöht. Derzeit liegt er bei 2,55 % (neu ab 01.01.2019 3,05 %) für Beitragszahler ab 23 Jahren ohne Kinder bei 2,8 % (neu ab 01.01.2019 3,30 %). Parallel zur Erhöhung des Pflegebeitrags wird ebenfalls zum 01.01.2019 der Arbeitslosenbeitrag um 0,5 % gesenkt, nämlich von 3 auf 2,5 %.

Für auftretende Fragen stehen wir sehr gerne zur Verfügung Sprechen Sie uns an.

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