Pflegeleistungen 2021 und warum eine Pflegeabsicherung heute wichtiger ist als je zuvor

Die meisten Menschen wünschen sich, in der letzten Phase ihres Lebens, weiterhin Zuhause und somit im gewohnten Umfeld leben zu können. Zudem wollen sie für die eigenen Angehörigen nicht zur Belastung werden.

Seit dem Jahr 2020 regelt das Angehörigen-Entlastungsgesetz, dass Kinder für Ihre Eltern nicht mehr finanziell zur Unterstützung herangezogen werden können, wenn das jährliche Einkommen 100.000,- € nicht übersteigt. Zunächst einmal eine gute Nachricht für die Angehörigen, obwohl es leider nicht das Grundproblem, dem Bedarf nach einer qualitativ hochwertigen Pflegeunterstützung, löst.

Menschen mit z.B. einem Pflegegrad Stufe 1 werden oftmals noch von ihren Angehörigen gepflegt. Für diese Pflegeleistungen gibt es aber erst ab Stufe 2 einen Zuschuss in Höhe von 316,- € monatlich, für die Pflege durch Angehörige. In Pflegestufe 1 gibt es auch keine Leistungen für den ambulanten Dienst. In den anderen Pflegestufen 2 bis 5 gibt es stufenweise höhere Leistungen für die Pflege durch Angehörige, den ambulanten Pflegedienst, einer teilstationären oder vollstationären Pflege.

Der Eigenanteil in der Pflege wächst

Anfang Juli erreichten uns die Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums. 4,32 Millionen Menschen erhielten Ende 2020 Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Dieser Wert hat, im Vergleich zum Jahr 2015, um 61,8 % zugelegt. Jährlich steigt auch der Eigenanteil den ein Betroffener aufbringen muss. Für die stationäre Unterbringung in Pflegeheimen liegt dieser mittlerweile bei durchschnittlich 2.125,- €. Innerhalb eines Jahres erhöhte sich somit der durchschnittliche Eigenanteil um rund 110,- Euro. Wer im Alter nun gut versorgt und umsorgt werden will, muss tief in die Tasche der eigenen Rücklagen greifen. Dies geht aber nur sofern gute Rücklagen vorhanden sind. Eine frühe Absicherung durch eine Pflegerentenversicherung sorgt für Sicherheit, günstigere Beiträge und Qualität der eigenen Versorgung. Produkte zur Pflegerente sind auch mit einer Einmalzahlung finanzierbar.

Entwicklung der Pflegekosten

Nehmen wir einmal an, dass die Kosten jährlich nur um 3% steigen und nicht wie vom Bundesgesundheitsministerium zuletzt veröffentlicht um 5,46%. Betrachten wir nun die Pflegekosten allgemein. Die aus heutiger Sicht anfallenden Kosten in Höhe von 2.448,00 € (Grad 3) abzüglich staatliche Leistungen sollen in Zukunft abgesichert sein. Weiter gehen wir davon aus, dass die staatliche Leistungen gleichmäßig mitwachsen und die anteilige Pflegelücke nicht größer wird. Eine 30jährige Frau will ihr Risiko heute absichern. Bereits in 25 Jahren (bei 3%) sind die Pflegekosten auf 5.125,57 € angewachsen. Der Eigenanteil liegt nun nicht mehr bei 1.150,- €, sondern bei neu 2.408,19 €.

Kosten niedrig halten

In der Vergangenheit wurde das mittlerweile viel zu große Haus genutzt. Um die Kosten überschaubar zu halten, lohnte es sich auf ausländische Pflegekräfte zurückzugreifen. Den viel günstigeren Pflegekräften konnte zudem eine Unterkunft im eigenen Haus angeboten werden.

Urteil: Das Bundesarbeitsgericht vom 24.06.2021 (5AZR 505/20) entschied, dass ausländische Pflegekräfte, die in einem deutschen Privathaushalt tätig sind, Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn, auch für Bereitschaftszeiten, haben.

Dieses Urteil macht die häusliche Pflege, durch ausländische Pflegekräfte, nun für die meisten wirtschaftlich untragbar.

Risiko oftmals falsch eingeschätzt

Mehr als eine Million Pflegebedürftige sind jünger als 65 Jahre. Die aktuellen Zahlen der Bundesregierung belegen, dass das Thema Pflege nicht nur für über 80jährige Menschen wichtig ist. Jeder vierte Pflegebedürftige hat das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht. Obwohl viele Menschen ungern über Pflegebedürftigkeit nachdenken wollen, so spielt für diese Zielgruppe grundsätzlich die Lebensqualität im Alter eine zunehmend wichtigere Rolle.

Stationäre Pflege oder Zuhause gepflegt durch ambulanten Pflegedienst?

Wie bereits eingangs erwähnt, wünschen sich die meisten Menschen im Alter Zuhause bleiben zu können. In der letzten Phase des eigenen Lebens nochmal in ein fremdes Umfeld umziehen zu müssen, dass möchten sich viele nicht vorstellen.

Es ist sicherlich beruhigend zu wissen, wenn die eigenen Kinder im Rahmen des Angehörigen Entlastungsgesetzes nicht herangezogen werden können, aber löst es das Problem gänzlich? Sicherlich nicht.

Fazit

Wenn wir uns nun zunehmend wünschen unseren Lebensabend Zuhause verbringen zu können, sich die private Pflege durch ausländische Pflegekräfte deutlich verteuert hat, die Pflegekosten jedes Jahr stark ansteigen und unser Eigenanteil immer größer wird, müssen wir dringend notwendige Rücklagen bilden.

So unattraktiv die Begriffe Pflege, Pflegerente, Pflegetagegelder und Pflegeversicherung auch erscheinen mögen, es gibt viele gute Produkte die zur Verfügung stehen und sich individuell nach den Ihren Bedürfnissen lassen.

Das größte Kundenvorurteil ist, dass die eingezahlten Beiträge irgendwann bestimmt weg sind, wenn ich versterbe und niemals pflegebedürftig war. Dies ist aber auch ganz schnell zu widerlegen, da viele Versicherer diese Bedürfnisse und Wünsche bereits in ihren Tarifen integriert haben. Wenn ich als Kunde immer fleißig “eingezahlt“ habe, niemals pflegebedürftig werde und dann im hohen Alter versterbe, ist das Geld nicht weg. Die gebildete Todesfallleistung (inkl. Überschüsse) erhalten dann die Erben.

Einige Produkte sind so flexibel, dass z.B. Teilentnahmen des gebildeten Kapitals jederzeit möglich sind.

Für alle Kunden, die finanziell gut versorgt sind und dieses Thema nur vertraglich abgesichert wissen wollen, gibt es diese Produkte auch gegen Zahlung eines Einmalbetrags. In Zeiten der niedrigen Sparzinsen und Strafzinsen, könnten diese Produkt besonders interessant sein.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Sprechen Sie uns gerne zum Thema Pflegeversicherung an